Die Mühle
Die Errichtung einer Mühle in Gleidingen
Früher stand in Ruthe eine mit Wasserkraft angetriebene Mühle, für die der
Mühlenzwang angeordnet war. Dies bedeutete, dass die Bauern des Amtes
Ruthe ihr Korn nur hier mahlen lassen konnten. Anfang des 19. Jahrhunderts
wurde die Mühle stillgelegt, so dass die Gleidinger fortan zur 1833 erbauten
Hartmann`schen Dampfmühle in Rethen gingen. Als auch diese schon nach zwei
Jahren wegen mangelnder Rentabilität geschlossen werden musste, überlegten
sich einige Gleidinger, diese Gelegenheit auszunutzen und am Ort selbst
eine Mühle zu errichten.
Am 7. Oktober 1839 stellten die Ortsvorsteher Johann Hahne und seinen Vetter
Ackermann Conrad Hahne bei der Königlichen Landrostei den Antrag, in
Gleidingen eine Windmühle bauen zu dürfen mit der Begründung, dass die
kleine Wassermühle in Ruthe und die vom Leutnant Hartmann in Rethen
betriebene Dampfmühle außer Betrieb gesetzt waren. AM 2.Dezember 1839
reichte der Postspediteur Carl Petersen in Gleidingen ebenfalls einen
Antrag auf Genehmigung der Errichtung einer Windmühle ein. Der
Landesbaumeister Wellenkamp in Hildesheim hatte die Kosten für den Bau
einer Mühle berechnet. Eine massive Holländer Mühle sollte komplett
etwa 1742.- Rthl.,eine Bockwindmühle etwa 1536.- Rthl. kosten.Am 15.
Februar 1840 stellte auch der Gastwirt Goltermann in Rethen bei der
Königlichen Domänen Kammer in Hannover den Antrag, gegenüber seiner
Gastwirtschaft auf dem Galgenberge (heute Hildesheimer Str. 404 ),100 m
von der Landstraße von Hannover nach Hildesheim entfernt, eine Holländer
Windmühle zu errichten. Mit Rücksicht darauf, dass die Dampfmühle
Hartmann in Rethen stillgelegt sei, wurde am 23. März 1840 die Erlaubnis
zum Bau der Mühle gegeben. Die Konzessionsabgabe betrug jährlich 210.- Rthl.,
zahlbar Michaelis und Ostern je zur Hälfte.
Am29. Mai 1840 erhielten die Gleidinger die Ablehnung ihrer Anträge.
Ein Wiederholungsspruch des Dorfschulzen Johann Hahne zur Anlage einer
Windmühle vom 13. November 1840 erneut abgelehnt.
Auch der Kothsasse Christoph Münstermann reichte am 14. November 1860
ein Gesuch zur Errichtung einer Windmühle auf seinem Gelände "auf dem
Berge rechts von der Gleidinger-Oesselser Landstraße,100 m von der Landstraße" ein.
Der Antrag wurde abgelehnt. 1875 endlich wurde eine Windmühle auf dem Radlah
(hinter der ehemaligen Ziegelei) errichtet, die 1907 abbrannte.
Text aus 1000 Gleidingen
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