Es war gegen Ende des vorigen Jahrhunderts schon etwas Besonderes, wenn
in einem relativ kleinem Ort wie in Gleidingen eine Apotheke bestand.
Schließlich gab es für diese Einichtungen damals noch keine Niederlassungsfreiheit,
Vielmehr bedurfte es für den Betrieb einer Apotheke einer amtlichen
Gewerbeerlaubnis, die nur bei fest gestelltem Bedarf und bei persönlicher
Zuverlässigkeit erteilt wurde.
Herr Helmut Hahne weiß zu erzählen, dass etwa 1875 in Gleidingen eine
Apotheke eingerichtet wurde. Sie befand sich mitten im Dorf, und zwar
im Hause Hildesheimer Straße 559 (Wäscherei Nordhausen). Besitzer der
Apotheke war der Sohn des Ortsgeistlichen mit Namen Carl Fraatz.
Dieser hatte mit der Standortwahl jedoch wenig Glück gehabt, denn es
gab bereits in Sarstedt und Wülfel Apotheken und es stellte sich bald
heraus, dass Gleidingen mit seinem ländlichen Umfeld zu wenig Einwohner
hatte, um den notwendigen Umsatz zu sichern. Deshalb wurde die Apotheke
geschlossen und Carl Fraatz zog mit seiner Frau Helma geb. Hahne nach
Fürstenberg/Mecklenburg, wo er eine neue Apotheke gekauft hatte.
Text aus 1000 Gleidingen
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